Manchmal gibt es Wörter, die plötzlich überall sind.
Nicht, weil sie etwas Neues erklären oder präziser machen. Sondern weil sie sich einschleichen. In Gespräche, in Texte, in Präsentationen. Als Einstieg, als Füller, als Verbindung.
Und ab einem bestimmten Punkt hört man nichts anderes mehr. Das Wort an sich ist nicht falsch. Es ist nicht böse gemeint. Oft war es sogar einmal sinnvoll. Genau das macht es so interessant. Wörter verlieren ihre Wirkung nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie zu oft benutzt werden. Weil sie irgendwann alles absichern sollen und am Ende nichts mehr tragen.
Gerade in der Kommunikation passiert das schnell. Wenn viele Menschen unter Zeitdruck stehen, wenn Unsicherheit im Raum ist oder wenn man vermeiden möchte, etwas falsch zu sagen. Dann rutschen Wörter in Sätze, die eigentlich nichts hinzufügen. Der Satz würde ohne sie genauso funktionieren, manchmal sogar besser.
Das Spannende daran: Ab einem gewissen Punkt bemerkt man diese Wörter nicht mehr bewusst. Sie werden automatisch. Und genau dadurch werden sie laut. Nicht durch ihre Bedeutung, sondern durch ihre Häufigkeit.
Sprache nutzt sich nicht durch falsche Begriffe ab. Sie nutzt sich ab, wenn sie überreizt wird.
In der Gestaltung gilt ein ähnliches Prinzip. Ein klarer Auftritt entsteht nicht durch möglichst viele Elemente, sondern durch bewusste Entscheidungen. In Texten ist es nicht anders. Klarheit entsteht nicht durch mehr Worte, sondern durch präzisere. Und manchmal vor allem dadurch, etwas wegzulassen.
Gute Kommunikation wirkt oft ruhiger, als man denkt. Sie braucht keine Stützräder. Sie hält auch dann, wenn ein Satz einfach stehen bleibt.
Vielleicht ist der nächste gute Text kein besser formulierter. Vielleicht ist es einfach einer mit einem Wort weniger.