Was macht uns empfänglich für Dinge, die uns beeinflussen, obwohl sie nur gut aussehen?
Ein gutes Design fällt nicht auf. Es führt, ohne zu lenken. Es schafft ein Gefühl von Klarheit, selbst wenn es eine Meinung vorgibt; und genau darin liegt seine Kraft. Denn wir verbinden Gestaltung fast immer mit Ästhetik. Mit Ordnung. Mit Absicht.
Wer es schafft, die Oberfläche glaubwürdig zu machen, muss nicht viel erklären.
- Ein gut gesetzter Text wirkt kompetent.
- Ein klarer Aufbau erzeugt Vertrauen.
- Ein stimmiges System fühlt sich richtig an – auch dann, wenn es keine Wahl lässt.
Manchmal frage ich mich, wie viele Entscheidungen wir nur deshalb treffen, weil das Layout uns das Gefühl gibt, sie selbst getroffen zu haben. Wie oft wir uns leiten lassen, ohne es zu merken – einfach weil etwas „gut gemacht“ ist.
Und ich frage mich auch: Wann ist ein Design ehrlich? Wenn es führt, oder wenn es zeigt, dass es führt?
Gestaltung ist nie neutral. Sie kann Klarheit schaffen, aber auch Narrative stützen. Sie kann helfen, Informationen zu vermitteln, oder sie gezielt verschieben. Sie kann Strukturen sichtbar machen – oder unsichtbar halten. Gerade im Satz und in der visuellen Ordnung zeigt sich, wie viel Einfluss in der Form liegt.
Ich finde das spannend. Weil es zeigt, dass gutes Design nicht nur funktioniert – es wirkt. Es beeinflusst Entscheidungen, Wahrnehmung, Haltung. Und genau das sollten wir nicht vergessen – besonders dann, wenn es besonders schön ist. Denn Corporate Design beginnt nicht bei der Farbe, sondern bei der Wirkung.