Angenommen, Gestalter A kostet 60 Euro pro Stunde und benötigt fünf Stunden. Gestalter B kostet 90 Euro und benötigt drei. Dann kostet die vermeintlich teurere Stunde am Ende trotzdem weniger.
Natürlich lässt sich die Rechnung nicht immer so einfach aufmachen. Gestaltung ist kein Wettrennen und Geschwindigkeit allein noch kein Qualitätsmerkmal. Aber genau deshalb sollte man Angebote nicht ausschließlich über den Stundensatz miteinander vergleichen.
Interessanter sind Fragen wie: Versteht derjenige, was eigentlich erreicht werden soll? Kann er einschätzen, was wirklich notwendig ist? Denkt er die spätere Anwendung mit? Sind Korrekturen und Abstimmungen effizient organisiert? Und bekomme ich am Ende Daten, mit denen ich tatsächlich weiterarbeiten kann?
Nicht jede Aufgabe braucht das große Besteck.
Auch das gehört für mich zu einer vernünftigen Kalkulation. Wenn eine vorhandene Gestaltung nur sauber adaptiert werden muss, braucht es kein neues Konzept. Wenn eine einfache Lösung ausreicht, muss man keine komplexe daraus machen. Und wenn ich nach einer Stunde fertig bin, bin ich fertig.
Ehrliche Beratung bedeutet für mich deshalb auch, Aufwand dort einzusetzen, wo er einen Unterschied macht, und ihn dort wegzulassen, wo er keinen bringt. Genau diesen Grundsatz beschreibe ich auch auf meiner Website: Das Budget soll dort landen, wo es tatsächlich etwas bewegt.
Was kostet Grafikdesign also?
So viel, wie notwendig ist, um die Aufgabe vernünftig zu lösen. Manchmal sind das 90 Euro, manchmal 900 und bei einem umfangreichen Markenauftritt natürlich auch mehr.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Stunden in ein Projekt zu stecken, sondern die richtigen Stunden hineinzustecken. Erfahrung macht diese Stunden nicht länger. Im besten Fall macht sie den Weg zum Ergebnis kürzer.