Das klingt zunächst nach zusätzlichem Aufwand. Tatsächlich passiert später häufig das Gegenteil.
Wenn ein Unternehmen ein funktionierendes Gestaltungssystem besitzt, muss bei jedem neuen Flyer, jeder Präsentation oder jedem Social-Media-Motiv nicht erneut diskutiert werden, welche Schrift verwendet wird, welche Farben passen oder wie das Logo platziert werden soll.
Viele Entscheidungen sind bereits getroffen. Das spart Zeit, schafft Konsistenz und macht es deutlich leichter, auch mit unterschiedlichen Dienstleistern oder internen Mitarbeitern einen einheitlichen Auftritt zu erhalten.
Genau deshalb betrachte ich Grafikdesign und Markenkommunikation nicht als Aneinanderreihung einzelner schöner Medien. Idealerweise entsteht etwas, das auch beim nächsten Projekt noch funktioniert.
Das Logo darf also weniger machen
Vielleicht ist das sogar eine der befreiendsten Erkenntnisse bei einer Markenentwicklung. Nicht jede Eigenschaft eines Unternehmens muss in fünf Quadratzentimetern untergebracht werden. Ein Elektriker darf ein Zeichen besitzen, in dem kein Blitz vorkommt. Ein Architekt muss kein Haus im Logo haben und ein Maschinenbauer darf sogar ganz ohne Zahnrad auskommen.
Die Branche wird schließlich noch an vielen anderen Stellen sichtbar. Durch Bilder. Durch Sprache. Durch Inhalte. Durch Gestaltung und natürlich durch das, was das Unternehmen tatsächlich tut.
Ein Logo muss all das nicht nacherzählen. Es muss einen guten Ausgangspunkt schaffen. Wenn Typografie, Farbe, Bild und Gestaltung anschließend dieselbe Geschichte weitertragen, entsteht etwas deutlich Wertvolleres als ein cleveres Symbol: eine visuelle Identität, die man erkennt, bevor man überhaupt nach dem Logo gesucht hat.